Systemische Therapie
Im Family-Blog gibt es Neuigkeiten zu Themen des Instituts Family Affair und der systemisch-phänomenologischen Therapie
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18.Mär.2020

"Alles bleibt anders" - Ein paar Gedanken zur "Corona Krise" (Covid-19 Infektionen)

Derzeit werden wir mit Informationen über die Verbreitung des Corona Virus rund um die Uhr und gefühlt im Minutentakt geradezu überflutet.
Alle unsere Sinne sind betroffen und wir reagieren ganz unterschiedlich darauf, sei es mit Überlegung und Vorsichtsmaßnahmen, sei es im Befürchtungsmodus mit Angst oder sogar Panik, mit Ärger, Widerstand oder Fatalismus oder Zynismus. Oder ständig wechselnd alles zusammen. Verschwörungstheorien blühen, wer denn von dieser Krise profitiere. Oder eine Art Hoffnung, dass alles nicht so schlimm werde und doch bald wieder vorbei sein müsste.
 
Der Mitteilungsflut, Schnelligkeit, und Unberechenbarkeit von außen, verbunden mit dem gefühlten Entsetzen, künftig auf alles Glückbringende, Erheiternde, Liebgewonnene und Vertraute verzichten zu müssen, haben wir scheinbar nichts entgegen zu setzen und kann uns sogar in eine Art depressive Stimmung oder Agonie bringen.
 
Aber das ist nur scheinbar so. Denn unser Nervensystem hat eine natürliche Ausstattung, um auf eine Überflutung (zu viele Informationen, zu schnelle Wechsel, zu plötzliche Veränderungen) angemessen zu reagieren: Verringerung (auch Abgrenzung), Verlangsamung und allmählicher Vollzug.
Dies bedeutet zunächst, dass ich mich immer wieder neu orientieren kann. Wenn ich zum Beispiel wie gefangen vor dem Computer, Fernseher, oder Radio sitze, kann ich mich quasi selbst "an die Hand nehmen", bewußt wieder auf meinen Atem achten (tief ein- und lange austamen) und in der Wohnung umhergehen, aus dem Fenster sehen oder auch in der Natur sein. Das nennen wir Selbstregulierung.
 
In diesem Prozeß können sich Kopf und Nacken, Wirbelsäule, Arme und Beine intuitiv bewegen und somit Raum schaffen für einen buchstäblich anderen Blick und andere Sichtweise. Es darf leichter werden und das vorherige Zuviel und die damit verbundene Enge (=Angst) kann abnehmen.
 
In der weiteren Folge können auch unsere - durch den Lärm von Angst, Wut und Trauer übertönten - anderen Wahrnehmungen wie Liebe, Verbundenheit, Zuversicht, Neugier, Kreativität, Sinnlichkeit, Ruhe, Kraft, Freude, Mut und vieles mehr wieder auftauchen und ihren Platz einnehmen. Wir kommen dadurch zu uns selbst zurück.
 
Vermutlich müssen wir uns in diesen Tagen und Wochen immer wieder selbst "einfangen", um nicht in verschiedenen Puzzleteilchen irgendwo "herumzuschwirren" und so den Kontakt zu uns selbst zu verlieren.
"Coming home - nach Hause kommen", so habe ich ja auch einen Teil meiner Angebote (Aufstellungsarbeit) genannt.
Anregungen und Unterstützungen zur Selbstregulation gebe ich gerne, direkt in meiner Praxis, per Telefon oder Skype / Zoom.
 
In diesem Zusammenhang hier noch ein Mitmachvideo meiner SE-Kollegin Kati Bohnet:
https://www.youtube.com/watch?v=hEc3seGK-mw&feature=youtu.be&fbclid=IwAR1c4MAGMZ-l46pyWgvp5MB570zAJhdjHmeGpGeLMHLSm_DUR73ymNrod9A
 
Verbunden mit uns selbst - eine wichtige Ressource.
Bleibt gesund!
 
 
 
 
 
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