Systemische Therapie
Im Family-Blog gibt es Neuigkeiten zu Themen des Instituts Family Affair und der systemisch-phänomenologischen Therapie
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30.Mär.2020

Eine hereinfordernde Zeit

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Es soll wirklich "hereinfordernd" heissen, nicht das übliche "herausfordernd".

Es scheint nämlich sonst normal zu sein, uns ständig herauszufordern.
Alles wird nach außen gezogen, unsere Meinung, Ansicht, Stellungnahme, was wir denken, fühlen, empfinden, träumen... unsere Bedürfnisse, Sehnsüchte, Ängste, Erfolge, Mißgeschicke, Freud und Leid, Lust und Frust...
Und in diesem immer rasanter drehenden Strudel von ständiger Veränderung mit dem unstillbaren Appetit nach Neuem können wir rasch die Übersicht verlieren, die Orientierung, wo ich beginne und der Andere aufhört und umgekehrt, die Grenzen verschwimmen...
 
Ist es da nicht eine gute Gelegenheit, so wie jetzt, gewissermaßen die "Reset-Taste" zu drücken und uns wieder auf uns selbst zu beziehen?
"Einen Moment mal...!" Was brauche ich jetzt gerade, was nehme ich wahr, was darf sich überhaupt erstmal in mir entwickeln (bevor ich es präsentieren muss)? "Darf ich mir die Zeit für mich und mit mir nehmen?"
Die Länge der Zeit ist dabei gar nicht entscheidend, es kann auch "nur" ein Augen-Blick sein. Ein Raum entsteht, in dem ich sein kann.
 
Dann kann - und sei es auch nur für einen Moment - mehr Ruhe in uns einkehren, auch unser Körper wird darauf reagieren und diese Wahrnehmung spürbar und freudig mit einem tieferen Atem, weicherem Nacken, lockerem Kiefer und entspannterem Verdauungssystem belohnen. Unser Nervensystem ist wieder in Balance.
 
Und dann können wir auch aus dem permanenten Befürchtungsmodus aussteigen, aus den Ängsten, die uns zur sofortigen Handlung zwingen und mit dem Hamstern von Nudeln und Klopapier einen sicheren Ort vorgaukeln wollen. Die gleichen Ängste, die keine Veränderung mögen und am liebsten alles so haben wollen, wie es einmal war. Aber wie war es denn? Wollen wir dahin wirklich zurück? Oder ahnen wir bereits, dass auch dies eine Suggestion unserer gegenwärtigen Befürchtung ist, eine warme Verklärung in dieser manchmal stürmischen Unsicherheit.
 
Und auch wenn wir nun zu Hause sind, wir sind nicht allein.
Es wird gerade viel von notwendiger "sozialer Distanz" gesprochen, aber das ist nicht richtig. Wir haben zwar eine physische (körperliche) Distanz, aber keine soziale. Der soziale Kontakt bleibt. Sei es online, per Telefon oder ein nachbarlicher Gruß aus dem Fenster, vom Balkon oder über dem Gartenzaun. Und auch da immer wieder: Ich nehme mich mit und bleibe bei mir.
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

18.Mär.2020

"Alles bleibt anders" - Ein paar Gedanken zur "Corona Krise" (Covid-19 Infektionen)

Derzeit werden wir mit Informationen über die Verbreitung des Corona Virus rund um die Uhr und gefühlt im Minutentakt geradezu überflutet.
Alle unsere Sinne sind betroffen und wir reagieren ganz unterschiedlich darauf, sei es mit Überlegung und Vorsichtsmaßnahmen, sei es im Befürchtungsmodus mit Angst oder sogar Panik, mit Ärger, Widerstand oder Fatalismus oder Zynismus. Oder ständig wechselnd alles zusammen. Verschwörungstheorien blühen, wer denn von dieser Krise profitiere. Oder eine Art Hoffnung, dass alles nicht so schlimm werde und doch bald wieder vorbei sein müsste.
 
Der Mitteilungsflut, Schnelligkeit, und Unberechenbarkeit von außen, verbunden mit dem gefühlten Entsetzen, künftig auf alles Glückbringende, Erheiternde, Liebgewonnene und Vertraute verzichten zu müssen, haben wir scheinbar nichts entgegen zu setzen und kann uns sogar in eine Art depressive Stimmung oder Agonie bringen.
 
Aber das ist nur scheinbar so. Denn unser Nervensystem hat eine natürliche Ausstattung, um auf eine Überflutung (zu viele Informationen, zu schnelle Wechsel, zu plötzliche Veränderungen) angemessen zu reagieren: Verringerung (auch Abgrenzung), Verlangsamung und allmählicher Vollzug.
Dies bedeutet zunächst, dass ich mich immer wieder neu orientieren kann. Wenn ich zum Beispiel wie gefangen vor dem Computer, Fernseher, oder Radio sitze, kann ich mich quasi selbst "an die Hand nehmen", bewußt wieder auf meinen Atem achten (tief ein- und lange austamen) und in der Wohnung umhergehen, aus dem Fenster sehen oder auch in der Natur sein. Das nennen wir Selbstregulierung.
 
In diesem Prozeß können sich Kopf und Nacken, Wirbelsäule, Arme und Beine intuitiv bewegen und somit Raum schaffen für einen buchstäblich anderen Blick und andere Sichtweise. Es darf leichter werden und das vorherige Zuviel und die damit verbundene Enge (=Angst) kann abnehmen.
 
In der weiteren Folge können auch unsere - durch den Lärm von Angst, Wut und Trauer übertönten - anderen Wahrnehmungen wie Liebe, Verbundenheit, Zuversicht, Neugier, Kreativität, Sinnlichkeit, Ruhe, Kraft, Freude, Mut und vieles mehr wieder auftauchen und ihren Platz einnehmen. Wir kommen dadurch zu uns selbst zurück.
 
Vermutlich müssen wir uns in diesen Tagen und Wochen immer wieder selbst "einfangen", um nicht in verschiedenen Puzzleteilchen irgendwo "herumzuschwirren" und so den Kontakt zu uns selbst zu verlieren.
"Coming home - nach Hause kommen", so habe ich ja auch einen Teil meiner Angebote (Aufstellungsarbeit) genannt.
Anregungen und Unterstützungen zur Selbstregulation gebe ich gerne, direkt in meiner Praxis, per Telefon oder Skype / Zoom.
 
In diesem Zusammenhang hier noch ein Mitmachvideo meiner SE-Kollegin Kati Bohnet:
https://www.youtube.com/watch?v=hEc3seGK-mw&feature=youtu.be&fbclid=IwAR1c4MAGMZ-l46pyWgvp5MB570zAJhdjHmeGpGeLMHLSm_DUR73ymNrod9A
 
Verbunden mit uns selbst - eine wichtige Ressource.
Bleibt gesund!
 
 
 
 
 

 

15.Mär.2020

Aufstellungstage 2020 in Bremen

Unsere klassischen, bewährten und beliebten Bremer Aufstellungstage finden zweimonatlich Samstag und Sonntag von 10.00 - 18.00 Uhr statt.
Es sind Plätze für eigene Aufstellungen vorhanden,ebenso sind teilnehmende Beobachter (Stellvertreter) willkommen. Der Tag kostet mit eigener Aufstellung 150,- Euro und für teilnehmende Beobachter 70,- Euro.

Die aktuellen Termine 2020:

09.+10.05., 04.+05.07., 12.+13.09., 07.+08.11.

  • Es gibt das Angebot "Bring' jemanden mit", wo zu diesem Tag ein Familienmitglied, Partner oder Freund mitgebracht werden kann, die / der selbst nicht aufstellt, aber als Vertrauter zusätzliche Sicherheit und Stabilität vermitteln kann. Der Gesamtpreis für beide beträgt hierbei 190 Euro.

Ort: Praxis Nickel, Schellong, Wölk, Friedrich-Karl-Str. 21, 28205 Bremen
Infos / Anmeldungen auf www.familyaffair.de (Kontakt / Anmeldung), auch über institut@familyaffair.de oder Tel. 0421 - 43 41 711 bzw. 0177 - 43 41 711

 

27.Dez.2019

Ein Gutes Neues Jahr!

Ich wünsche Ihnen und Euch allen einen angenehmen friedvollen Jahreswechsel und ein gutes gesundes rundum erfreuliches neues Jahr 2020!

Und begleite und unterstütze Sie / Euch auch im kommenden Jahr im Rahmen meiner Angebote und Möglichkeiten!

Herzlichst, Heiko Hinrichs

 

 

23.Sep.2019

Bert Hellinger 16.12.1925 - 19.09.2019

Danke Bert.

Für alles, was ich von Dir und durch Dich lernen, erfahren und erleben durfte. Sowohl persönlich für mich, als auch als Aufsteller seit 25 Jahren. Schön, dass diese wunderbare Arbeit in die Welt gekommen ist!

Heiko Hinrichs

 

 

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