Systemische Therapie
Im Family-Blog gibt es Neuigkeiten zu Themen des Instituts Family Affair und der systemisch-phänomenologischen Therapie
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10.Jan.2022

Eine Geschichte zum neuen Jahr

In einer alten Zen Geschichte kam ein Meister mit seinem Gefolge in einen Ort, wo sich die Bewohner sehr merkwürdig verhielten.
Sie waren einerseits sehr ängstlich, aber gleichzeitig auch aggressiv. Irgendwie freundlich, aber auch misstrauisch.
Der Meister und seine Schüler waren von der Reise durstig und man führte sie zu einem Brunnen und ermunterte sie, vom Wasser zu trinken. Das Wasser roch aber merkwürdig und der Meister riet seinen Schülern davon ab, es zu trinken, es sei vergiftet.
Da wurden die Bewohner böse und meinten, der Meister und seine Leute seien gefährliche Irre und man müsse sie einsperren. Aber wenn sie von dem Wasser im Brunnen trinken würden, wäre alles wieder gut.
Nun gibt es zwei Versionen über das Ende der Geschichte:
Die erste Version besagte, dass sich der Zen Meister und seine Schüler weigerten, vom Wasser zu trinken und gehen wollten. Daraufhin wurden sie von den Bewohnern gepackt und bei Todesandrohnung gezwungen, das Wasser zu trinken. Dann wurden sie genau so merkwürdig wie die Anderen und wurden in Ruhe gelassen.
In der zweiten Version bot sich der Meister an, als erster vom Wasser zu trinken und man willigte ein. Nach dem ersten Schluck gebärdete er sich völlig verrückt und lachte und weinte zugleich. Daraufhin duften die Schüler mit ihm abziehen. Die Schüler waren entsetzt und trauerten um ihren Meister. Als sie die Ortsgrenze erreicht hatten, war der Meister plötzlich wieder er selbst und lachte. Er berichtete, dass das Wasser ihm nichts anhaben konnte und er den Verrückten nur gespielt habe.
"Wenn du mit dir verbunden bist und wach bleibst, kann dir etwas Ungutes nur schwer etwas anhaben"...

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